Zur Geschichte der AGS
Die Mittelstandsarbeit in der SPD hat eine lange Tradition. Die Anfänge datieren aus dem Jahr 1891 und setzen sich fort mit dem "Heidelberger Programm" der SPD 1925. Bereits 1928 wurde in Leipzig die "Vereinigung sozialistischer Unternehmer" gegründet.
Nach den Wirren der NS-Zeit und des 2. Weltkrieges nahmen die Selbständigen 1946 ihre Arbeit wieder auf. Im April 1953 kam es zur Gründung der Bundesarbeitsgemeinschaft "Selbständig Schaffender in der SPD", kurz AgsS in Essen, die 1963 in AGS umbenannt wurde.
Grundsätze, Reden, Pressemitteilungen
» Mündlicher Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden
Rede des Landesvorsitzenden Gerhard Teulings anlässlich der Landeskonferenz der AGSNRW am 28.03.2009 in Witten (PDF, 140 kB)
» Die "Godesberger Grundsätze" der AGS
Programmpapier für eine sozialdemokratische Wirtschaftspolitik, verabschiedet auf der AGS-Bundeskonferenz in Bad Godesberg, Apr. 2006 (PDF, 60 kB)
» Rede zur Aktuellen Stunde
Rede von Franz Müntefering am 21.04.2005 (PDF, 35 kB)
Kommentar der Bundes-AGS zur Arbeit am neuen Grundsatzprogramm der SPD November 2006
Die Arbeit am neuen Grundsatzprogramm ist in vollem Gange. Die AGS war eine der ersten Parteiorganisationen, die sich mit ihren Godesberger Thesen aktiv in die Debatte eingebracht hat. Ausgehend von der Grundthese, dass sozialdemokratische Wirtschaftspolitik sich an den Zielen einer sozialdemokratischen Gesellschaftspolitik orientieren muss, haben wir zuerst das zur Zeit wichtigste gesellschaftspolitische Ziel bestimmt: Die Beseitigung der Massenarbeitslosigkeit.
Viele in der Führungsriege unserer Partei setzen immer noch auf eine Wirtschaftspolitik, die sich letztlich an den Interessen der international tätigen Großunternehmen orientiert und hoffen, dass ein dadurch bedingter Aufschwung bereits eine nachhaltige Wende am Arbeitsmarkt einleitet. Sie vergessen angesichts der aktuell positiven Tendenzen, dass dieser Ansatz seit nunmehr 24 Jahren ohne Erfolg geblieben ist und die Arbeitslosigkeit im nächsten Konjunkturtal jeweils ein neues Rekordhoch erreicht hat.
Wenn wir die Menschen auf unserem politischen Weg mitnehmen wollen, dann müssen wir für die konkreten Probleme, die sie beschäftigen – etwa in der Sicherung unserer Sozialsysteme –, Lösungen bieten. Der Aufruf, einmal im Jahr auf Urlaub zu verzichten, muss für viele ältere Menschen, denen man auf Jahre stagnierende Renten in Aussicht stellt, zynisch klingen.
Deshalb braucht die SPD eine wirtschaftspolitische Orientierung, die sich an dem sozialdemokratischen Grundwert der Solidarität ausrichtet. Dieses ist eine mittelstandsorientierte Politik, denn es sind in erster Linie die KMUs, in denen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam an einem Strang ziehen. Diese Solidarität zwischen Unternehmer und Mitarbeiter ist ein Kernelement dessen, was wir unter sozialdemokratischem Unternehmergeist verstehen und seit Jahrzehnten praktizieren.
Es wird Zeit, dass unsere Vorstellung sozialdemokratischer Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik Eingang in das Grundsatzprogramm finden. Aus diesem Grund fordere ich alle Mitglieder der AGS auf, sich in den nächsten Wochen intensiv mit der Arbeit am Grundsatzprogramm zu beschäftigen. Es wird Zeit, dass diese Partei ihr verkrampftes Verhältnis zu den Unternehmern überwindet.
Wenn ihr das gelingt, werden viele in der Partei feststellen, dass Unternehmertum und sozialdemokratische Politik nicht konkurrieren, sondern zusammengehören.
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